Heizöl oder Wärmepumpe: Kostenvergleich 2026

Außengerät einer Wärmepumpe als Alternative zur Ölheizung

Zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2026.

Ist eine Wärmepumpe im Betrieb günstiger als eine Ölheizung? Häufig ja – aber nicht automatisch. Entscheidend sind Ihr bisheriger Heizölverbrauch, die aktuellen Energiepreise, der Wirkungsgrad der alten Heizung und die zu erwartende Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe.

Mit dem Rechner auf dieser Seite vergleichen Sie beide Systeme anhand Ihrer eigenen Werte. So erhalten Sie keine pauschale Werbezahl, sondern eine nachvollziehbare erste Orientierung zu Verbrauch und Energiekosten.

Kurz gesagt: Je höher die Jahresarbeitszahl und je günstiger der Wärmepumpenstrom im Verhältnis zum Heizöl ist, desto größer ist der mögliche Kostenvorteil. Investition, Förderung und Eignung des Gebäudes müssen zusätzlich geprüft werden.

Heizöl und Wärmepumpe fair vergleichen

Ein Liter Heizöl enthält näherungsweise 10 Kilowattstunden Energie. Davon kommt nicht alles als Wärme im Gebäude an: Abgas-, Bereitschafts- und Verteilverluste senken den tatsächlichen Nutzen. Der Rechner berücksichtigt dies über den einstellbaren Jahresnutzungsgrad der Ölheizung.

Bei der Wärmepumpe beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ) das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Eine JAZ von 3,2 bedeutet vereinfacht: Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen im Jahresmittel 3,2 Kilowattstunden Wärme. Die JAZ ist nicht mit dem unter Prüfbedingungen ermittelten SCOP gleichzusetzen.

Heizkosten-Rechner: Ölheizung oder Wärmepumpe?

Die Beispielwerte sind bereits eingetragen. Ersetzen Sie sie möglichst durch die Angaben aus Ihrer letzten Heizölrechnung, Ihrem Stromtarif und der Planung des Fachbetriebs.

Ihre Eingaben bleiben im Browser. Für die Berechnung ist weder eine Registrierung noch ein fertiges Angebot erforderlich.

Liter laut Abrechnung; am besten den Mittelwert mehrerer Jahre verwenden.
Beispielwert in Euro – bitte durch Ihren aktuellen Preis ersetzen.
Bei Unsicherheit mit 85 % rechnen und zusätzlich 80 % sowie 90 % testen.
Euro pro kWh aus Ihrem Haushalts- oder Wärmepumpentarif.
Planungswert des Fachbetriebs; 3,2 dient nur als erste Orientierung.

Ihre unverbindliche Orientierung

Energiekosten Ölheizung
Energiekosten Wärmepumpe
Mögliche Ersparnis

Nicht enthalten: Anschaffung, Installation, Finanzierung, Wartung, Reparaturen, Schornsteinfeger, Tankkosten, Photovoltaik und zukünftige Preisänderungen. Der Rechner vergleicht ausschließlich die eingegebenen jährlichen Energiekosten.

Transparenzhinweis: Der Angebotslink kann zu einem Partner weiterleiten. Kommt darüber ein Kontakt zustande, kann ThermaGrant eine Provision erhalten. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.

Die voreingestellten Werte sind ein Rechenbeispiel und keine Aussage über aktuelle Marktpreise. Verwenden Sie für eine belastbarere Orientierung Ihre eigenen Preise und einen fachlich geplanten JAZ-Wert.

Rechenbeispiel: Was bedeuten die voreingestellten Werte?

Bei 2.500 Litern Heizöl, 1,10 Euro pro Liter und 85 % Jahresnutzungsgrad entstehen rund 21.250 kWh nutzbare Wärme. Eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,2 benötigt dafür rechnerisch etwa 6.641 kWh Strom.

  • Ölheizung: 2.500 Liter × 1,10 Euro = 2.750 Euro pro Jahr
  • Wärmepumpe: 6.641 kWh × 0,30 Euro = rund 1.992 Euro pro Jahr
  • Unterschied bei diesen Beispielwerten: rund 758 Euro pro Jahr

Schon kleine Änderungen bei Preisen oder JAZ verändern das Ergebnis. Genau deshalb sollten Vergleichswerte immer offengelegt und anpassbar sein.

Ab wann ist die Wärmepumpe bei den Energiekosten günstiger?

Für dieselbe nutzbare Wärmemenge ist die Wärmepumpe rechnerisch günstiger, wenn ihre Kosten je erzeugter Kilowattstunde Wärme unter denen der Ölheizung liegen. Vereinfacht gilt:

Strompreis ÷ JAZ < Heizölpreis ÷ (10 × Jahresnutzungsgrad)

Mit den Beispielwerten kostet die nutzbare Wärme aus Heizöl rund 12,9 Cent pro kWh, die Wärme aus der Wärmepumpe rund 9,4 Cent pro kWh. Das ist noch keine Aussage zur gesamten Wirtschaftlichkeit, denn dafür müssen auch Investition, Förderung, Finanzierung und laufende Nebenkosten betrachtet werden.

Diese Faktoren verändern die tatsächliche Ersparnis

1. Jahresarbeitszahl und Vorlauftemperatur

Die Wärmepumpe arbeitet in der Regel effizienter, wenn das Gebäude mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen warm wird. Ausreichend große Heizflächen, ein hydraulischer Abgleich, eine passende Heizkurve und die richtige Dimensionierung sind deshalb wichtiger als ein einzelner Prospektwert. Wie Sie die Eignung im Bestand prüfen, lesen Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung.

2. Eigener Öl- und Strompreis

Energiepreise schwanken. Beim Heizöl ist die nationale CO₂-Bepreisung bereits Bestandteil der Preisbildung und darf in einer Rechnung nicht ein zweites Mal pauschal auf den Endpreis aufgeschlagen werden. Beim Strom kann ein separater Wärmepumpentarif günstiger sein, verursacht je nach Netzgebiet und Anlage aber zusätzliche Anforderungen oder Grundkosten.

3. Wartung und Nebenkosten

Bei einer Ölheizung können neben Brennstoffkosten unter anderem Wartung, Schornsteinfeger, Tankprüfung, Reinigung und spätere Tankentsorgung anfallen. Auch eine Wärmepumpe ist nicht wartungsfrei. Da die tatsächlichen Beträge stark variieren, rechnet das Tool bewusst keine pauschale Wartungsersparnis hinzu.

4. Photovoltaik

Eigener Solarstrom kann die Strombezugskosten senken. Im Winter ist der Wärmebedarf jedoch besonders hoch und die Solarstromproduktion häufig geringer. Rechnen Sie daher nicht den gesamten Wärmepumpenstrom pauschal als kostenlosen PV-Strom.

Investitionskosten und Förderung mitrechnen

Ein niedrigerer Energieverbrauch allein entscheidet nicht, wann sich der Heizungstausch wirtschaftlich rechnet. Ziehen Sie von den Investitionskosten zunächst die mögliche Förderung ab und vergleichen Sie anschließend die verbleibenden Kosten mit einer realistischen Alternative für die bestehende Heizung.

Seit dem 21. Juli 2026 gelten geänderte Bedingungen der KfW-Heizungsförderung. Einen verständlichen Überblick finden Sie im Beitrag zur Wärmepumpen-Förderung 2026. Ihre mögliche Förderquote können Sie mit dem kostenlosen ThermaGrant-Förderrechner unverbindlich prüfen.

So erhalten Sie einen belastbareren Vergleich

  1. Mitteln Sie den Heizölverbrauch der letzten drei Jahre und berücksichtigen Sie außergewöhnlich milde oder kalte Winter.
  2. Verwenden Sie Ihren tatsächlich zahlbaren Ölpreis inklusive Lieferkosten.
  3. Lassen Sie Heizlast, erforderliche Vorlauftemperatur und erwartete JAZ fachlich planen.
  4. Vergleichen Sie mindestens zwei oder drei vollständige Angebote einschließlich Elektroarbeiten und Umfeldmaßnahmen.
  5. Berechnen Sie Förderung, Finanzierung, Wartung und mögliche Reparaturen separat.

Nächster sinnvoller Schritt

Wenn der Kostenvergleich grundsätzlich passt, lassen Sie die Eignung Ihres Gebäudes und die realen Investitionskosten prüfen. Dafür müssen Sie noch kein fertiges Angebot besitzen.

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Häufige Fragen zum Vergleich

Wie viel Strom benötigt eine Wärmepumpe statt 2.000 Liter Heizöl?

Das hängt vom Nutzungsgrad der Ölheizung und der JAZ ab. Bei 85 % Nutzungsgrad entsprechen 2.000 Liter Heizöl rund 17.000 kWh nutzbarer Wärme. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3,2 benötigt dafür rechnerisch etwa 5.313 kWh Strom pro Jahr.

Ist eine Wärmepumpe immer günstiger als eine Ölheizung?

Nein. Der Kostenvorteil hängt vor allem von Strompreis, Heizölpreis, JAZ, bisherigem Anlagenwirkungsgrad und der Qualität der Planung ab. Auch Investition, Förderung und Finanzierung beeinflussen die Gesamtwirtschaftlichkeit.

Welchen JAZ-Wert soll ich im Rechner eintragen?

Am besten verwenden Sie den für Ihr Gebäude geplanten Wert eines Fachbetriebs oder einer Energieeffizienz-Expertin beziehungsweise eines Energieeffizienz-Experten. Wenn noch keine Planung vorliegt, können Sie 3,2 als vorsichtigen Startwert testen und das Ergebnis zusätzlich mit niedrigeren sowie höheren Werten vergleichen.

Berücksichtigt der Rechner den CO₂-Preis für Heizöl?

Verwenden Sie den aktuellen Endpreis pro Liter, den Sie tatsächlich zahlen würden. Darin ist die CO₂-Bepreisung bereits enthalten. Sie wird deshalb nicht nochmals separat hinzugerechnet.

Kann eine Wärmepumpe auch mit Heizkörpern funktionieren?

Ja, häufig ist das möglich. Entscheidend sind unter anderem Heizlast, Größe der Heizflächen und erforderliche Vorlauftemperatur. Einzelne Heizkörper müssen gegebenenfalls vergrößert oder ersetzt werden; eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend erforderlich.

Offizielle Quellen

Hinweis: Sämtliche Ergebnisse dienen der unverbindlichen Orientierung und ersetzen keine Heizlastberechnung, Energieberatung, Wirtschaftlichkeitsberechnung oder Förderprüfung.